Hier klicken Email | Leserbeiträgedem sei das zwischenzeitlich gegründete Linkshänderforum empfohlen. Am 18.05.2000 schrieb M.K.: Ich bin ganz begeistert von dieser Linkshänderseite. Mein Sohn Jens (7) ist auch Linkshänder und kommt im Großen und Ganzen gut zurecht. Jetzt habe ich mir bezüglich der Schreibhaltung (Jens ist im 1. Schuljahr) große Gedanken gemacht, weil der Füller im nächsten Jahr zum Einsatz kommt. Aus verschiedener Fachliteratur bekam ich den Hinweis auf diverse Schreibhilfen (Schreibunterlage, Haltung der Hand, Grippys u.a.) und ging in eine Buchhandlung, um die Schreibunterlage zu bestellen. Dort war man sehr erstaunt, dass es so etwas gibt und bestellte die Unterlage ganz unverbindlich für mich zum Ansehen. Mit der Inhaberin des Buchhandels überlegte ich mir, Jens den Füller jetzt schon zu kaufen, damit er Zuhause vorab etwas üben kann. Hoch motiviert entschloss ich mich, in einem Schreibwarenhandel vor Ort die Füller für Linkshänder anzusehen. Dort schaute man mich an als hätte ich nicht alle Tassen im Schrank: "Das vergessen Sie mal gleich, ein linkshändiges Kind schmiert immer und auch wenn Sie meinen, Sie könnten schon mal vorab üben, wird das Kind immer wieder über das Geschriebene wischen. Das gibt es gar nicht anders. Und bringen Sie das nächste mal das Kind mit, dann werden Sie schon sehen." Am 13.04.00 schrieb Elke: Hallo an alle, die auch alles mit dem "schönen" Händchen tun! Mein kleiner Neffe (5) stellt sich so langsam als Linkshänder heraus, und schon heißt es: Kannst Du ihm mal die Schleife linksherum beibringen (Anmerkung: Siehe auch Rubrik " Kinder & Lehrer ") ...oder ein Bild zu malen, ohne alles zu verschmieren o.ä. Liebe Linkshänder, viele Grüße an Euch alle! Und weiterhin viel Spaß beim Anders-als-alle-anderen-sein... Am 28.03.00 schrieb Gabi Meiners: Meinen Sohn (4) konnte ich bereits im 2. Lebensjahr als Linkshänder sicher identifizieren und entsprechend unterstützen. Ich freue mich, jetzt noch mehr Details über spezielle Werkzeuge etc. und Hilfsmöglichkeiten gefunden zu haben. Er wird diesen Sommer eingeschult und ich werde die Infos an die Schule weitergeben - und mich nach geeigneten Musiklehrern umsehen! Er fragte mich übrigens schon vor zwei Jahren beim Besuch eines Rechtsanwalts: "und was, bitte, ist ein Linksanwalt?" Nun weiß ich's! Werde ihm morgen mal berichten... Am 26.03.00 schrieb Martin Schmidt , Herausgeber der „ linken Bass-Saite “: Ein Vater schrieb mir, sein 12-jähriger Sohn wollte gern E-Gitarre spielen. Weil er Linkshänder ist und eine Gitarre auch instinktiv wie ein Linkshänder hält, kauften die Eltern ihm eine LH-Gitarre. Der Gitarren-Lehrer erklärte den Eltern jedoch, dass eine Linkshändergitarre seiner Meinung nach überhaupt nicht notwendig sei, im Gegenteil, eine Rechtshändergitarre wäre sogar die absolut bessere Wahl. Damit waren sie natürlich verunsichert. Als ich vor 20 Jahren Gitarre spielen lernte hatte niemand ein Problem damit, dass ich das Instrument "verkehrt herum" hielt. Ich weiß auch, dass viele berühmte Gitarristen und Bassisten Linkshänder sind aber rechtsherum spielen, z. B. Sting, David Bowie und Bob Dylan. Ganz "gewiefte" Zeitgenossen spielen auch linksherum, ohne die Saiten umzuspannen, wie Oliver Werner (Beitrag vom 02.05.99) oder Wolf Maahn. Meine Meinung ist, dass Linkshänder so Gitarre spielen sollten, wie sie SELBST möchten, egal, welche Hand sie für welche Tätigkeit verwenden. Es ist nur schade, dass Linkshändigkeit heute noch in Frage gestellt wird und mit Umschulungsversuchen sanktioniert wird. Am 12.03.00 schrieb Jutta Georgine aus Ulm: Ich bin überzeugte, militante Linkshänderin und wünsche allen (-: ern viel Selbstbewusstsein, denn so geht es am leichtesten. Am 09.03.00 schrieb Pascal Sadler: Ich bin ein nicht umgeschulter linkshändiger Grundschullehrer aus Luxemburg. Ich bin durch Schülereltern auf diese Seite gestoßen und habe mich sehr darüber gefreut. Die Seite ist informativ aufgebaut. In meinem Klassenzimmer passe ich z.B. auf, wie Kinder in der Gruppe zusammen sitzen (störende Ellbogen, Licht-Schatten-Verhältnisse etc.). Um den Kindern, rechts- oder linkshändig, das Schreiben (Bewegungen, Handhaltung, Griff) beizubringen, gab es bis jetzt noch keine Schwierigkeiten (Erleichterung durch grobmotorisches Schreiben an der Tafel bis hin zur Feinmotorik im Heft, über andere psychomotorische Übungen). Meine eigene Schreibhaltung ist nicht verkrampft, einige linkshändige Schüler/innen zeigen diese und bleiben leider hartnäckig dabei. Am 02.03.00 schrieb Petra Baumann: Unser Sohn Felix wurde im Kindergarten von einer linkshändigen Erzieherin als Linkshänder erkannt. Sofort haben wir ihm Linkshändermaterial (Schere, Lineal, Spitzer, etc.) besorgt. Doch plötzlich, nach seiner Einschulung, begann er gewisse Dinge mit rechts zu machen, z.B. mit der Schere auszuschneiden. Beim Malen wechselte er gar die Hände ab. Auch Tennis wollte er lieber rechts spielen. Wir fragten uns, ob wir unbewusst einen Rechtshänder zum Linkshänder umschulten. Der Kinderarzt schickte uns mit unserem Problem zum Ergotherapeuten. Der testete Felix auf alle möglichen Defizite und konnte zum Glück nichts feststellen. Im Abschlussgespräch fragte ich ihn, ob Felix denn nun Links- oder Rechtshänder wäre (denn das war ja unsere eigentliche Frage). Darauf sagte er: " Ach so, ja das testen wir jetzt mal kurz." Er holte ein Blatt mit einem Nachspurtest und ließ Felix den Test auf Zeit ausführen. Die Übung mit der linken Hand war deutlich sauberer und mit der linken Hand war er auch schneller. "Es ist alles in Ordnung. Er ist wirklich Linkshänder", dachte ich. Doch dann kam die Überraschung. Der Ergotherapeut sagte: "Felix ist Rechtshänder!" Die Erklärung war ungefähr so: Da Felix’ linke Hand diese Übung nicht so gut machen könne, gäbe er sich mit links unbewusst mehr Mühe (???). Deshalb gehe die Übung mit links schneller und besser. Diese Aussage richtete ich gegen alles, was ich zum Thema gelesen hatte. Am 25.02.00 schrieb Higgies: Ich bin doch sehr erstaunt, dass noch heute Linkshänder umgeschult werden und anderen Diskriminierungen ausgesetzt sind. Linkshänder sind doch keine schlechteren Menschen oder in irgendeiner Form behindert! Am 03.02.2000 schrieb Edith: Auch ich bin Linkshänder. Jetzt inzwischen 31 Jahre lang. Ich musste laut lachen, als ich meine Probleme in euren Berichten beschrieben sah. Eine Umerziehung schlug bei mir fehl. Ich hasse Stricken und dergleichen. Auch ich verwische nasse Tinte auf dem Papier. Meine Handhaltung ist ebenfalls die verkrampfte Hakenhaltung. Die Suppe esse ich auch mit der linken Hand. In der Kantine stoße ich dabei manchmal mit dem Arm meines Tischnachbarn zusammen. Wenn ich mich lange konzentrieren musste, dann mache ich plötzlich alles seitenverkehrt. Aber ich stehe über diesen Nachwirkungen. Ich bin auch gerne anders. Es hilft, den Grund des Andersseins zu erkennen. In meinem Berufsalltag falle ich angenehm aus der Reihe. Denn ich gehe Sachen von einer anderen Seite an, an die vorher noch keiner gedacht hat. Ich bin ein stolzer Linkshänder, und hoffe, dass nicht mehr allzu viele Kinder deshalb diskriminiert werden. Am 25.01.2000 schrieb Livia Schilling : Hallo ihr lieben Linkshänder und alle die sich nur informieren! Eigentlich bin ich ein glücklicher und nie diskriminierter Linkshänder. Allerdings erlernte ich vor 17 Jahren eine völlig verkorkste Schreibhaltung , unter der ich heute noch zu leiden habe: Am 10.01.00 schrieb Markus aus Hamburg: Ich bin 30 Jahre alt. Und als ich zur Schule ging, hatte ich eine Lehrerin, die schon meinen Vater unterrichtete. Sie stand also kurz vor dem Rentenalter. Als Sie mich schlug, weil ich nicht mit rechts schreiben lernen wollte, packte ich als 6jähriger Knirps meine Schulsachen zusammen, verließ umgehend die Schule und ging die 5 km zu Fuß nach Hause zurück, weil kein Bus fuhr. Ich erzählte meinen Eltern, ich ginge erst wieder in die Schule, wenn ich mit "meiner Hand" schreiben dürfte. Ich durfte. Ich kann mir trotzdem nur schwer die alten Zeiten vorstellen, wo es Lehrern noch erlaubt war, Schülern mit solchen erzieherischen Maßnahmen das Rechtsschreiben beizubringen. Ich konnte ja sehen, wie beschwerlich es für ein Nachbarskind war, mit rechts schreiben zu lernen, obwohl sie Linkshänderin war. Das Ergebnis war eine fast unleserliche Klaue. Ich kann mich auch erinnern, als ich mir einst zum Geburtstag Haushaltsartikel für die Aussteuer wünschte, kaufte meine rechtshändige Schwester wie selbstverständlich alles Linkshänderartikel. Sie begründete das damit, dass es mir das Leben wohl leichter machen würde. Seitdem kann ich Konservendosen ohne Probleme öffnen, was mir wahrlich vorher nicht gelang. (-: Ich genieße es auch, Dinge zu zerschneiden, ohne dass mir die Hand dabei schmerzt. Um ehrlich zu sein, ich wäre wohl nie auf die Idee gekommen, Linkshänderartikel zu kaufen. Dafür ziehe ich vor meiner Schwester den Hut, weil sie so viel Einfühlungsvermögen bewiesen hat. Am 10.01.00 schrieb Anja Kemper: Also, ich bin ja ganz hingerissen, was Leute "meiner Art" so alles erleben. Ich finde mich in tausend Kleinigkeiten wieder. Auch ich schreibe mit rechts, was ich aber eher einem Missverständnis zu "verdanken" habe. In der ersten Klasse bat meine Lehrerin: "Nun hebt doch bitte alle mal die Hand hoch, mit der MAN schreibt." Clever, wie ich war, wusste ich ja, dass MAN mit rechts schreibt und habe auch brav die Rechte erhoben. Ein anderes Mädchen in der Klasse war auch Linkshänderin und hob ihre Linke. Danach habe ich mich nicht mehr getraut anzumerken: "Aber ich schreibe auch mit links!" Druckschrift konnte ich bereits schreiben und so habe ich dann mehr oder weniger freiwillig die Schreibschrift mit rechts erlernt. Am 11.06.99 schrieb Konrad G., 14 Jahre, Schüler aus Hessen: Ich habe eigentlich ganz gute Erfahrungen mit der linken Hand gemacht. Sicher, heute wird man nicht mehr zum Rechtshandschreiben gezwungen, aber trotzdem scheinen manche Leute so ihre Probleme zu haben. Wenn ich mit links schreibe oder zeichne, ist mein Gegenüber meist nur überrascht, aber nicht im negativen Sinne. Auch beim Fußball ist das ganz praktisch. Wie viele Links-Außen-Stürmer werden wohl mit mir um einen Stammplatz kämpfen? Am 08.06.99 schrieb Barbara aus Weinheim: Toll, dass es diese Seite gibt, und damit das Gefühl, nicht allein zu sein. Am 07.06.99 schrieb Jutta Dahlmann: Ich bin jetzt 36 Jahre alt. Bis heute will sich keiner von mir einen Weg beschreiben lassen, weil ich mindestens einmal links und rechts verwechsle . Und richtig gut verstehe ich mich eigentlich nur mit meinem fünfjährigen Sohn (der auch LH ist). Am 02.05.99 schrieb Oliver Werner : Auch ich bin zum Rechtsschreiben gezwungen worden, aber beim Gitarrespielen habe ich meinen Kopf durchgesetzt und bin Linkshänder geblieben. Dabei benutze ich ausschließlich Gitarren mit der Saitenlage der "Rechten", was mir in Musikerkreisen einige Verwunderung einbrachte. Der Vorteil liegt auf der (linken) Hand: Man braucht nicht immer seine eigene Gitarre mitschleppen, um andere Leute zu unterhalten. Und vom Klang her tut sich auch nicht viel. Mich würde interessieren, ob es andere solcher Gitarrenspieler gibt, damit ich Erfahrungen und Spielweisen austauschen kann. Oliver Werner, Email oliver.werner@online.de. Am 10.04.99 schrieb Rüdiger Naß: Ich bin selbst Linkshänder und habe eine linkshändige Tochter (5 J.). Mir sind also die Probleme der "Linken" in der Perspektive von gestern (vor 30 Jahren) und heute bekannt. Leider hat sich wenig geändert . Dass es Linkshänderscheren zu kaufen gibt und die Kinder nicht mehr mit Gewalt umerzogen werden, ist der einzige "Fortschritt". Meine Erfahrungen: Ich glaube nicht, dass Linkshänder besser oder schlechter sind, aber ich kämpfe täglich mit einer Welt, die mich manchmal wahnsinnig macht, manchmal dem Spott anderer aussetzt ("Du musst die Schraube andersherum drehen! Boa, bist du blöd.") und hin und wieder auch gewinnen lässt. Ich komme in einer Welt klar, die nicht für mich gemacht ist, und ich komme gut klar. Und ich denke jedes Mal, wenn ich an einem rechten Gegenstand oder an einem "rechten Verhalten" fast verzweifele: Rudi, du bist etwas Besonderes, etwas anders als die anderen, aber etwas Besonderes!!! Am 22.03.99 schrieb Andrea: Ich war in der Schule in einer Jazz-Tanz Gruppe und ich liebe Tanzen. Am 17.03.99 schrieb Michael Wimmer aus Linz, Österreich: Mit den meisten Problemen in unserer Rechtshandgesellschaft, die auf der Seite angesprochen werden, habe ich auch so meine Erfahrungen gesammelt. Adresse (URL) dieser Seite: http://www.linkshaenderseite.de/leser.html Letzte Bearbeitung: 24.03.2003 © Inken B. Spreda , 2004. Alle Rechte vorbehalten. All rights reserved. This page/ these pages belong to Die deutsche Linkshänderseite. Permission is hereby granted to use this document for personal use and in courses of instruction at educational institutions provided that the article is used in full and this copyright statement is reproduced. Any other usage is prohibited without the permission of the author. Please mail: info@linkshaenderseite.de. |